SAP KI-Zertifizierung 2026: Generative AI Developer (C_AIG) und was sich für Berater lohnt

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Kurz gesagt: Die wichtigste KI-Zertifizierung von SAP für Berater und Entwickler ist „SAP Certified – SAP Generative AI Developer“ (C_AIG). Seit der Umstellung auf praktische Prüfungen ist sie ein dreistündiger Test im echten System: Du baust Prompts im Generative AI Hub und löst eine Aufgabe in SAP AI Launchpad. Bestanden ist sie ab 76 Prozent. Für Vertrieb und Presales gibt es zusätzlich Positionierungs-Zertifizierungen wie C_BCBTP. Eine eigene KI-Zertifizierung für TM- oder EWM-Berater gibt es nicht. Alle SAP-Zertifikate gelten ein Jahr und müssen danach bestätigt werden. Stand: Oktober 2026

Du hast keine Zeit, den ganzen Artikel zu lesen? Dann findest du hier vorab meine Empfehlungen auf einen Blick. Die Begründungen stehen weiter unten.

EinsatzbereichEmpfehlung
Berater oder Entwickler mit technischem InteresseSAP Certified – SAP Generative AI Developer (C_AIG) Mein Tipp
Vertrieb und PresalesSAP Certified – Positioning SAP Business AI Platform (C_BCBTP)
Nur Überblick, ohne PrüfungLearning Journeys auf learning.sap.com
Buch zur Vorbereitung auf C_AIGGenerative AI mit SAP (Rheinwerk)*
Buch für den EinstiegKünstliche Intelligenz mit SAP (Rheinwerk)*

Seit SAP Joule und KI-Agenten in fast jede Präsentation packt, wollen viele Berater das Thema auch auf dem Papier nachweisen. Im Profil macht sich ein KI-Zertifikat gut, gerade bei Ausschreibungen, in denen „SAP Business AI“ inzwischen fast so oft auftaucht wie S/4HANA. Die Frage ist nur: Welche Zertifizierung passt, was wird geprüft, und lohnt sich der Aufwand für jemanden, der eigentlich Transporte und Lager plant?

Die KI-Zertifizierungen von SAP im Überblick

ZertifizierungCodeFür wenFormatDauerBestanden ab
SAP Certified – SAP Generative AI DeveloperC_AIGEntwickler, technische BeraterPraktische Prüfung im System3 Stunden76 %
SAP Certified – Positioning SAP Business AI PlatformC_BCBTPVertrieb, Presales, EinsteigerSzenario-basierte Prüfung2 Stunden60 %

Daneben gibt es weitere Positionierungs-Zertifikate, etwa zu SAP Business AI als Teil der SAP Business Suite (C_BCBAI). Sie prüfen, ob du SAP Business AI einem Kunden erklären und verkaufen kannst. Für die Arbeit im Projekt sind sie weniger aussagekräftig. Für Berater und Entwickler ist C_AIG die relevante Zertifizierung.

Was in der C_AIG geprüft wird

Die Generative-AI-Developer-Prüfung dreht sich um den Generative AI Hub in SAP AI Core und SAP AI Launchpad. Laut SAP hat jedes der folgenden Themen ein Gewicht von 11 bis 20 Prozent:

  • Systemrolle, Benutzerrolle und Assistentenrolle für bessere Prompts nutzen
  • Prompts absichern und gegen Manipulation härten
  • Prompt-Vorlagen in SAP AI Launchpad verwenden
  • Die Oberfläche des Generative AI Hub kennen
  • Lösungen mit verschiedenen Sprachmodellen bauen
  • Probleme mit SAP AI Launchpad lösen
  • Prompts in SAP AI Launchpad entwickeln

Die Prüfung gibt es nur auf Englisch. SAP empfiehlt zur Vorbereitung die Learning Journey „Solving Business Problems using SAP’s Generative AI Hub“, die auch ein Übungssystem enthält.

So läuft die neue Prüfung ab

SAP stellt seine Zertifizierungen seit Ende 2025 auf praktische Prüfungen um. Bei der C_AIG heißt das: Statt Multiple Choice bekommst du eine Aufgabe, die du in einem echten System löst. Du lädst die Aufgabenbeschreibung herunter, planst deine Lösung und arbeitest dann im Zeitfenster im System. Geprüft wird, ob am Ende ein funktionierendes Ergebnis steht, nicht ob du Begriffe auswendig kennst.

Zwei Dinge sind neu und für viele überraschend. Erstens sind je nach Prüfung Dokumentation und teilweise auch KI-Werkzeuge erlaubt. SAP stellt bei ausgewählten Prüfungen sogar Joule for Consultants zur Verfügung. Was genau erlaubt ist, steht auf der jeweiligen Zertifizierungsseite. Zweitens gibt es bei den praktischen Prüfungen keine klassische Kameraüberwachung mehr, die Identität wird über deine SAP Universal ID geprüft.

Für mich ist das der richtige Schritt. Wer im Projekt arbeitet, schlägt auch nach. Entscheidend ist, ob man ein Problem lösen kann, und genau das testet das neue Format.

Was die Zertifizierung kostet

SAP verkauft Prüfungsversuche einzeln, im Paket oder als Teil einer Learning-Hub-Subskription. Die Preise unterscheiden sich je nach Land. Als Orientierung aus den USA, Stand Sommer 2026:

AngebotPreis (USA)Was drin ist
Einzelner Prüfungsversuchca. 230 US-DollarEin Versuch, kein Lernmaterial
Paket mit sechs Versuchen (CER006)ca. 576 US-DollarSechs Versuche für beliebige Zertifizierungen
SAP Learning Hubje nach Land, eher vierstellig pro JahrLernmaterial, Übungssysteme, Prüfungsversuche, Bestätigung der Zertifikate

Die aktuellen Preise für Deutschland stehen auf der Kaufseite von SAP. Wenn dein Arbeitgeber SAP-Partner ist, frag vorher nach. Viele Partner haben Learning-Hub-Zugänge, über die die Prüfung nichts extra kostet.

Ein Jahr gültig: Das musst du einplanen

Seit April 2024 gelten SAP-Zertifikate nur noch ein Jahr. Danach musst du sie über eine „Stay Certified“-Prüfung bestätigen, die eine aktive Learning-Hub-Subskription voraussetzt. Ohne Subskription bleibt nur, die komplette Prüfung neu abzulegen. Gerade bei KI, wo sich die Werkzeuge jedes Quartal ändern, ist das nachvollziehbar. Für Freiberufler bedeutet es aber laufende Kosten.

Lohnt sich die KI-Zertifizierung für TM- und EWM-Berater?

Meine ehrliche Einschätzung: Es kommt darauf an, was du damit vorhast.

Ja, wenn du technisch arbeitest, eigene KI-Szenarien auf der SAP BTP bauen willst oder als Freiberufler einen Nachweis für Ausschreibungen brauchst. Die C_AIG zeigt, dass du nicht nur über KI redest, sondern im Generative AI Hub tatsächlich etwas zum Laufen bringst.

Eher nein, wenn du vor allem verstehen willst, was Joule in TM und EWM kann. Die C_AIG prüft Prompt-Entwicklung im Generative AI Hub, nicht die KI-Funktionen in Transportmanagement oder Lager. Dafür bringen dir die kostenlosen Learning Journeys und ein Blick in die Release-Informationen mehr. Was Joule in TM und EWM heute schon kann, steht in SAP Joule in TM und EWM.

Mein Weg wäre: erst die kostenlosen Inhalte durcharbeiten, dann im Übungssystem prüfen, ob dir die Arbeit im AI Launchpad liegt, und erst danach einen Prüfungsversuch kaufen. Wie du KI in TM und Lager konkret einsetzt, steht in KI im Transportmanagement und KI im Lager mit SAP EWM.

So bereitest du dich vor

  1. SAP Universal ID anlegen und eine zweite E-Mail-Adresse hinterlegen. Ohne die kannst du keine Prüfung buchen.
  2. Grundlagen der SAP BTP klären. Wer nicht weiß, was SAP AI Core ist, tut sich schwer. Einen Überblick gibt SAP BTP: Der Guide.
  3. Die empfohlene Learning Journey „Solving Business Problems using SAP’s Generative AI Hub“ komplett durcharbeiten.
  4. Im Übungssystem üben, bis du Prompts, Vorlagen und Modellwechsel ohne Nachschlagen beherrschst.
  5. Prompt-Technik trainieren. Rollen, Beispiele, Ausgabeformate und Absicherung gegen Manipulation sind ein großer Teil der Prüfung. Praktische Beispiele findest du in Die 10 besten ChatGPT-Prompts für SAP-Berater.
  6. Zeit planen. Drei Stunden klingen viel, aber im System vergeht die Zeit schnell. Lies die Aufgabe vor dem Start gründlich.

Wie du SAP-Wissen allgemein effizient aufbaust, steht in SAP Schulung online. Einen Überblick über Schulungen mit Abschluss gibt SAP Schulung mit Zertifikat.

Bücher zur Vorbereitung

Für die C_AIG passt Generative AI mit SAP (Rheinwerk)* am besten, weil es genau die Werkzeuge behandelt, um die es in der Prüfung geht. Wer erst einmal verstehen will, wie SAP Business AI, Joule und die BTP zusammenhängen, startet mit Künstliche Intelligenz mit SAP von Larissa Haas (Rheinwerk)*. Für die technische Grundlage auf der BTP gibt es Programmieren auf der SAP BTP (Rheinwerk)*. Weitere Titel stehen in Die besten Bücher zu KI und SAP.

Mein Fazit

Für Berater und Entwickler ist die C_AIG 2026 die KI-Zertifizierung von SAP, die praktische Fähigkeiten prüft. Durch das neue Format ist sie aussagekräftiger als früher, aber auch anspruchsvoller. Für TM- und EWM-Berater ist sie kein Muss. Sie lohnt sich, wenn du technisch in KI-Projekte einsteigen willst oder einen Nachweis für den Markt brauchst. Wer nur verstehen will, was Joule im eigenen Modul kann, spart sich das Geld und investiert die Zeit in die kostenlosen Lerninhalte.

Häufige Fragen

Welche KI-Zertifizierung bietet SAP an?

Für Entwickler und technische Berater die „SAP Certified – SAP Generative AI Developer“ (C_AIG). Für Vertrieb und Presales gibt es Positionierungs-Zertifikate wie „Positioning SAP Business AI Platform“ (C_BCBTP).

Wie schwer ist die SAP Generative AI Developer Prüfung?

Sie ist eine dreistündige praktische Prüfung im System, bestanden ist sie ab 76 Prozent. Wer die empfohlene Learning Journey durchgearbeitet und im Übungssystem geübt hat, ist gut vorbereitet. Reines Auswendiglernen hilft beim neuen Format nicht.

Was kostet eine SAP-KI-Zertifizierung?

Ein einzelner Prüfungsversuch kostet in den USA rund 230 US-Dollar, ein Paket mit sechs Versuchen rund 576 US-Dollar (Stand Sommer 2026). In Deutschland gelten eigene Preise. Über eine Learning-Hub-Subskription sind Prüfungsversuche oft enthalten.

Wie lange ist eine SAP-Zertifizierung gültig?

Ein Jahr. Danach musst du sie über eine Stay-Certified-Prüfung bestätigen, die eine aktive Learning-Hub-Subskription voraussetzt.

Darf ich in der Prüfung KI benutzen?

Je nach Prüfung sind Dokumentation und teilweise KI-Werkzeuge erlaubt, bei ausgewählten Prüfungen stellt SAP Joule for Consultants bereit. Was genau erlaubt ist, steht auf der Seite der jeweiligen Zertifizierung.

Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und von Andreas Böhm (SAP TM/EWM Berater) inhaltlich geprüft und redaktionell verantwortet. Angaben zu Prüfungen und Preisen basieren auf den Zertifizierungsseiten von SAP und weiteren Veröffentlichungen, Stand Oktober 2026. Prüfe vor der Buchung die aktuelle Seite bei SAP.

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