Mit der Ankündigung und Markteinführung von SAP Logistics Management (SAP LGM) öffnet SAP ein neues Kapitel in der Logistik-Landschaft: Eine cloudbasierte, integrierte Lösung, die Transport- und Warehouse-Funktionen vereint, speziell mit Blick auf kleinere bis mittlere Standorte.

In diesem Artikel klären wir:
- Was SAP LGM ist – Funktionen & Architektur
- Für wen SAP LGM gedacht ist
- Wo es sich von SAP TM und SAP EWM unterscheidet
- Chancen, Risiken & Einsatzszenarien
- Erste Handlungsempfehlungen für SAP-Berater
1. Was ist SAP LGM? Funktionen & Architektur
1.1 Überblick & Positionierung
SAP beschreibt Logistics Management als „cloudbasierte Logistiklösung, die Lager- und Transportmanagement vereint“ und Lösungen für Warenwirtschaft, Versand, Netzwerk-Kollaboration und KI-Assistenz bereitstellt. *
LGM ist als SaaS-Angebot konzipiert, mit Fokus auf moderate Komplexität, schnelle Implementierungen und enge Integration mit dem SAP-Ökosystem (S/4HANA, Business Network). Quelle: SAP.com
Zu den Kernfunktionen gehören:
- Warehouse Execution (Basisfunktionen für Lagerprozesse)
- Transport Dispatching / Ausführung (Transportsteuerung, Carrier-Kollaboration)
- Netzwerk-Kollaboration (Integration mit Spediteuren & Partnern via SAP Business Network)
- Echtzeittransparenz / Tracking (Sichtbarkeit während des Transports)
- KI-Assistenz / Automatisierung (z. B. Vorhersagen, automatische Entscheidungen) – als Innovation in SAP LGM angekündigt
1.2 Architektur & Technologie
- Cloud-native Lösung auf Basis von SAP Business Technology Platform (BTP).
- Skalierbar & flexibel: Geeignet für dezentrale Logistikstandorte, Erweiterung möglich.
- Integration mit S/4HANA: LGM lässt sich mit einem S/4HANA-Backend verbinden oder in hybride Landschaften mit EWM / TM koexistieren.
- Interoperabilität mit SAP EWM, SAP TM, SAP Business Network & SAP Integration Suite.
2. Zielgruppe & Einsatzszenarien
SAP LGM richtet sich primär an Unternehmen, die:
- Eine Netzstruktur mit vielen kleineren oder regionalen Lagern betreiben
- Logistikprozesse ohne hohe Komplexität abbilden möchten
- Schnelle Implementierungen suchen, ohne hochgradig individualisierte Prozesse
- Eine Hybridstrategie fahren: große Zentren mit EWM/TM, kleinere Standorte mit LGM
Insbesondere in Szenarien, in denen der Aufwand für EWM/TM (Komplexität, Kosten, Infrastruktur) zu hoch wäre, kann LGM eine attraktivere Alternative sein.
3. Vergleich: SAP LGM vs. SAP TM / SAP EWM
| Kriterium | SAP LGM | SAP TM / EWM |
|---|---|---|
| Komplexität / Einsatzbereich | Mittel bis klein: einfache bis moderate Logistikprozesse, weniger Automatisierung | Hoch: komplexe Prozesse, Automatisierung, Multi-Modalität |
| Transportplanung & Optimierung | Einzelmodus (Parcel, LTL, FTL), Ausschreibung / Vergabe | Vollständige Funktionalität: Multi-Modal, Routenoptimierung, Strategische Frachtplanung |
| Lagerprozesse / Warehouse Execution | Basisprozesse (Wareneingang, Kommissionierung, Lagerbewegung) | Umfassende Funktionen: Cross-Docking, Quality, Yard, Automation |
| Flexibilität & Erweiterbarkeit | Schnellere Rollouts durch geringere Komplexität | Sehr anpassungsfähig, umfangreiche Erweiterungsoptionen |
| Architektur | Voll cloud-native, SaaS, BTP | On-Premise / Cloud / Embedded / Sidecar-Lösungen |
| Integration / Interoperabilität | Geplant für hybride Landschaften mit EWM / TM, nahtlose Integration | Bestehende Lösungen, schon etabliert |
Der große Vorteil von LGM ist, dass es eine leichtere Lösung mit guter Integration bietet – speziell dort, wo TM/EWM zu overheadreich wären.
4. Chancen, Risiken & Einschätzung
4.1 Chancen
- Schneller ROI: Kürzere Time-to-Value dank reduzierter Komplexität
- Brückenlösung: Eignet sich als Einstiegslösung, späterer Übergang zu TM/EWM
- Kostenvorteile: Weniger Customizing, geringerer Schulungsaufwand
- Modernität & Innovation: KI-Unterstützung, Echtzeit, Cloud-Architektur
4.2 Risiken & Grenzen
- Eingeschränkter Funktionsumfang: Nicht geeignet für stark automatisierte Logistikzentren
- Reifegrad: Als neue Lösung sind manche Features möglicherweise noch nicht ausgereift
- Abhängigkeit von SAP Roadmap: Wenn SAP LGM nicht kontinuierlich weiterentwickelt wird, könnte es hinter Erwartungen zurückbleiben
- Hybride Architektur-Komplexität: In Kombination mit TM/EWM müssen Datenmodelle und Schnittstellen sorgfältig geplant werden
5. Handlungsempfehlungen für SAP-Berater
- Selbst testen: Beantrage einen Demo-Zugang zu LGM oder Teilnahme an SAP-Piloten
- Use Cases katalogisieren: Analysiere Kunden, bei denen TM/EWM überdimensioniert sind – dort ist LGM ideal
- Proof-of-Concepts (PoC): Zeige in kleinen Standorten, wie LGM Prozesse vereinfachen kann
- Matrix-Architektur planen: Erwäge, Großlager mit EWM/TM, regionale Nodes mit LGM zu betreiben
- Weiterbildung & Spezialisierung: Baue Know-how zu LGM auf – wer früh dabei ist, kann sich differenzieren
6. Fazit
SAP LGM ist kein Ersatz für TM oder EWM in hochkomplexen Logistikumgebungen – aber eine strategisch wichtige Ergänzung in der SAP-Welt. Es schließt eine Lücke zwischen einfachen SAP-Logiklösungen und komplexen, voll ausgestatteten Logistiksystemen. Für Unternehmen mit verteilten, weniger anspruchsvollen Standorten kann LGM eine effiziente, moderne und zukunftssichere Lösung sein – ein Thema, das SAP-Berater dringend auf dem Radar haben sollten. Weitere Informationen dazu gibt es unter community.sap.com.
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Über den Autor – Andreas Böhm
Andreas Böhm ist langjähriger SAP-Experte und Blogger mit Schwerpunkt auf SAP Logistik, Transportmanagement (SAP TM) und angrenzende Module. Seit vielen Jahren begleitet er Unternehmen in SAP-Einführungsprojekten, Rollouts und Systemoptimierungen.
Mit scmtms.de betreibt er eine der bekanntesten deutschsprachigen Plattformen rund um SAP TM, EWM und angrenzende SAP-Themen. Sein Fokus liegt auf praxisnahen Tipps, fundierten Erfahrungsberichten und der kontinuierlichen Weiterbildung in der SAP-Welt.


